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UMBERTO ECO
ULRICH GAIER
GILLES DELEUZE
MALCOM PASLEY
WALTER BENJAMIN
MAURICE BLANCHOT
LITERATURLISTE
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"Mein
Roman! Ich erklärte mich vorgestern abend vollständig von ihm
besiegt. Er laeuft mir auseinander, ich kann ihn nicht mehr umfassen"
(an Felice Bauer, 26. Januar 1913).
Im Fall des 'Proceß'- Romans hat nun Kafka - offenbar um ein solches
'Auseinanderlaufen' zu verhüten - zunächst einen festen Rahmen
geschaffen, indem er das Anfangskapitel ( Verhaftung ) und das Schlusskapitel
( Ende ) vorweg zu Papier brachte. Hatte der 'ins Endlose angelegte' Weg
des 'Verschollenen' zu keinem Abschluß gelangen können, so
sollte diesmal das im voraus festgesetzte Ziel des 'Proceß' - Romans
einen Weg dahin zwangsläufig entstehen lassen.
Aber auch die Geschichte zwischen Verhaftung und Hinrichtung des Helden
hat Kafka nicht 'linear' geschrieben, sonden als eine Reihe von Einzelkapiteln
bzw. von Ansätzen zu solchen, die -als Stationen auf dem Weg des
Helden durch sein Prozeßjahr gedacht und in der Handlung oft recht
lose miteinander verknüpft - in einer Reihenfolge entstanden sind,
die keineswegs immer der Abfolge der Geschehnisse entsprach. Statt dessen
ist er immer wieder an verschiedenen Stellen in den Roman eingestiegen,
manchmal dieses, manchmal jenes schon begonnene Kapitel vorantreibend,
manchmal ein neues anschneidend, so daß er immer mehr Fäden
gleichzeitig in der Hand hatte, die er abwechselnd fortzuspinnen suchte.
Er scheint sich im grunde für ein System des Teilebaus entschieden
zu haben, wie er dies in seiner späteren Erzählung 'Beim Bau
der chinesischen Mauer' beschreibt. Dabei ist er freilich innerhalb jedes
einzelnen Romankapitels seinem bewährten Prinzip der 'open-ended'
Textentwicklung treugeblieben.
Pasley, Malcom, Franz
Kafka Der Proceß Die Handschrift redet, Marbacher Magazin 52, 1990
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