SÜDANSICHT

SCHNITT

BEWEGUNGSSCHEMA

DER BAU DER
STUTTGARTER SCHULE

GEGENBAU

STUTTGARTER SCHULE

LITERATURLISTE

'Schule' ist ein Klassifizierungsbegriff und wird so verstanden, daß Beispiele vorgegeben werden, die ihrerseits 'Schule machend' wirken, nämlich in der Form, daß andere sich von ihr nicht nur anregen lassen, sondern sie aufgreifen und geradezu als kanonisch anerkennen, sie auf abbildhafte Weise verwenden und sich zu eigen machen.
In entsprechendem Sinn soll das Wort von der 'Stuttgarter Schule' ausdrücken, daß die Architekturabteilung der Technischen Hochschule Stuttgart jener Zeit mehr war als ein bloßer Ort, an dem Studenten gewisse Fertigkeiten beigebracht werden, damit sie den Beruf des Architekten ausüben konnten. Die Bezeichnung impliziert zusätzlich, vielmehr in ihrer hauptsächlichen Bedeutung, es sei dort in einheitlicher, klar umrissener Form eine 'spezielle Architekturauffassung' vertreten worden, eine umfassende, geradezu weltanschauliche Einstellung in Architekturfragen vorherrschend gewesen. Sie haben einerseits die Lehrer dieser Abteilung in dem was sie bauten und lehrten zusammengeschweißt und andererseits auch die Studenten nachhaltig geprägt.
Und auf die Weise hat man in letzteren, über das Praktisch-Technische hinaus, einen speziellen Geist herangezogen, der sie durch eine für all ihre Bauten gemeinsame Erscheinungsform deutlich erkennbar als 'Stuttgarter Schule' auswies.

Freytag, Matthias,Stuttgarter Schule für Architektur 1919 bis 1933, Universität Stuttgart, Dissertation 1996